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BERICHTE

ÜBER DIE

VERHANDLUNGEN

DER KÖNIGLICH SÄCHSISCHEN

GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN ZU LEIPZIG

PHILOLOGISCH-HISTORISCHE KLASSE.

SECHSUNDSECHZIGSTER BAND. 1914.

LEIPZIG^^XLi BEI B. G. TEUBNER

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A5 34.66-53

INHALT.

H*^ Seile

I Heiniich Uhle, Die Vetälapancavimlatikä des Sivadäsa nach

einer Handschrift von 1487 (samv. 1544) 3

II Eane Stumme, Eine Sammlung über den berberischen Dialekt

der Oase Siwe 91

III Richard Heinze, Zur Erinnerung an Hermann Peter . . . ii|

Verzeichnis der Mitglieder der Königlich Sächsischen Gesellschaft

der Wissenschaften 1

Verzeichnis der eingegangenen Schriften VII

SITZUNG AM -], FEBRUAR 19 14.

Herr Heinrici hält einen Vortrag über „Die Hermesmystik und das

Neue Testament", für die „Berichte". Zu der Feier des 300 jährigen Jubiläums der Universität Groningen

wird Herr Schju.rsow delegiert.

SITZUNG AM 2. MAI 1914.

Herr Brugmann legt eine Arbeit von Professor F. Sommer in Jena vor mit dem Titel „Die indogermanischen iä- und io- Stämme im Baltischen", für die „Abhandlungen".

Auf Antrag des Sekretärs wird eine Arbeit von Professor H. ühlb in Blasewitz bei Dresden über ein indisches Fabehverk ange- nommen, „Die Vetälapancavimsatikä des Sivadäsa nach einer Handschrift vom Jahre 1487", für die „Berichte".

Herrn Dr. Ewald Geissler, Lektor in Halle, wird zum Studium der EuTzschen Tjpenlehre in München eine einmalige Unterstützung von 250 M. bewilligt.

Auf Antrag des Herrn Stumme beschließt die Klasse, eine Bearbei- tung von Äthiopischen Marienhymnen von Dr. Grohmann in Wien, für die diesem auch eine Handschrift Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Johann Georg zur Verfügung stand, in die „Abhandlungen" aufzunehmen.

Herrn Dr. ^Mg^ in Heidelberg wird für seine Bibliographie der Philo- sophie eine Beihilfe von jährlich 300 Mark auf 3 Jahre, 1914 bis IQ16, bewilligt, vorausgesetzt, daß andere Akademien des Kartells sich gleichfalls daran beteiligen.

Für den diesjährigen Kartelltag in Wien wird Herr Sievers zum Delegierten gewählt.

ÖFFENTLICHE SITZUNG BEIDER KLASSEN ZUR FEIER VON KÖNIGSGEBURTSTAG AM 24.MAI1914.

Phil.-hist. Klasge 1914. Bd. LXVI. I

SITZUNG AM II. JULI 191 4.

Herr Sievers hält einen Vortrag über die Entstehungsgeschichte des Nibelungenliedes.

Der im Anschluß an die Verhandlungen des Kartelltags von Herrn Sievers gestellte Antrag, die Unterstützung der Herausgabe der Mittelalterlichen Bibliothekskataloge für die Jahre i Q 1 4 1 9 1 6 von 500 Mark auf looo Mark zu erhöhen, wird angenommen.

Ebenso der Antrag des Herrn Mitteis, dem Privatdozenten Dr. Ro- senstock in Leipzig für den Druck des Werkes von Tommaso Diplovatazio de praecedentia doctorum eine Unterstützung von 1000 Mark zu bewilligen.

3

SITZUNG VOM 2. MAI 1914.

Die Yetälapaiicayimsatikä des Siyadäsa uacli einer Handsclirift von 1487 (samv. 1544).

Text mit kritischem Apparat nebst einer Inhalts- angabe der Erzählungen. Von Heinrich Uhle.

Vorbemerkungen.

Die Handschrift, deren Wortlaut hier wiedergegeben ist, wurde von Herrn Professor Eugen Hultzsch in Halle seiner Zeit, als er in Indien war, erworben und mir als dem Herausgeber der Vetälapancavimsatikä zusammen mit einer ebendaher stammen- den jüngeren Handschrift desselben Werkes zum Geschenk ge- macht. Auf die wissenschaftliche Verwertung dieses Materials mußte ich in der Zeit der Berufstätigkeit verzichten, und erst der Ruhestand hat sie mir ermöglicht. Für die mannigfachen Schwie- rigkeiten bei der Feststellung des Textes, wie er nun hier vorliegt, hatte ich mich des Beistandes des Herrn Geheimrat Professor Dr. WiNDTSCH zu erfreuen, und ihm danke ich die Gelegenheit der Veröfientlichung.

Die beiden erwähnten Handschriften sind von ungleichem Werte; die hier abgedruckte ältere, von mir mit Hu^ bezeich- net, übertrifft an Alter alle sonst bekannten Handschriften des Werkes um mehr als zweihundert Jahre, ohne daß man ihr deshalb inhaltlich oder sprachlich eine größere Ursprünglich- keit oder Altertümlichkeit zusprechen dürfte. In sprachlicher Be-

4 Heinrich Uhle:

Ziehung zeigt gerade diese älteste Handschrift einen Zustand des Verfalls in Wortformen und Satzbau, vom dem in allen anderen Handschriften nur ganz vereinzelte Spuren vorkommen. Auf diesem Gebiete, dem sprachlichen, scheint mir demnach die hauptsächliche Bedeutung dieser Handschrift zu liegen, weshalb weiter unten eine Zusammenstellung ihrer sprachlichen Besonder- heiten gegeben werden soll. Inhaltlich ist der wesentlichste Grundzug der darin gegebenen Darstellung ein weitgehendes Streben nach Kürze, das zuweilen sogar zur Unverständlichkeit führt, und daneben gelegentlich eine zwecklose Umständlich- keit und Breite. Daß sie dem Original des Sivadäsa näher stünde als die jüngeren Fassungen, kann man hiernach wohl kaum an- nehmen.

Was das Äußere der Handschrift Hu^ betrifft, so besteht sie aus elf langen und schmalen Blättern, 26x11 cm groß; der beschriebene Raum (23 x9 cm) enthält gewöhnlich 24 Zeilen; von dem elften Blatte ist nur die eine Seite zur Hälfte be- schrieben. In der Mitte jeder Seite ist ein kleiner, verschieden gestalteter Raum ausgespart, in dem jedesmal vier rhombisch gestellte einzelne Buchstaben des Textes stehen. Die Schrift ist klein, ohne die unter die Linie gehenden Teile der Buch- staben etwa 3 mm hoch, sehr schön und deutlich und im ganzen korrekt. Zur Hervorhebung sind manche Stellen, besonders die Enden der Erzählungen, rot übermalt. Selten sind Korrekturen mit blasser Tinte am Rande, zweifelhaft, ob von derselben Hand ; sicher vom Schreiber herrührend sind Übermalungen falscher Buchstabenteile in der ungefähren Farbe des Papiers, das gelb- lich-braun ist, sehr dünn und weich.

Die jüngere Handschrift Hu^ ist eine im Jahre 1725 (samv. 1772) gemachte Abschrift von Halls Handschrift g (s. meine Ausgabe^) S. XXVII), als diese noch vollständig war, oder von deren Vorlage, ursprünglich 79 große Blätter, von denen das erste fehlt, 24 cm lang, 15 cm hoch, mit breitem Rande.

i) Abhandlungen der D. M. G. VIII. Band, Nr. i. Leipzig 1881, im Folgenden mit Vet. bezeichnet.

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 5

Länge und Zalil der Zeilen wechselt; meist sind es 12 oder 13, vereinzelt 10. Die Schrift ist groß und dick, gewöhnlich sehr deutlich, aber unschön und voller Fehler, besonders in der Schreibung von i und u, bei denen Länge und Kürze oft ver- tauscht werden. Für die ersten elf Erzählungen, wo g fehlt, steht sie dieser Handschrift im Werte ungefähr gleich; sie konnte auch manchmal zur Aufhellung einer Lesart von Hu^ nützen.

Sprachliche Eigentümlichkeiten der Handschrift Hu\

Was das Lautliche betrifft, findet sich eine noch weiter gehende Vernachlässigung des Samdhi als in anderen Hand- schriften, worüber Vet. S. XlXf. zu vergleichen. Von unverträg- lichen Konsonantenverbindungen findet sich mehrmals s- ch statt s eh. An Stelle von Jdi steht öfters s, vereinzelt auch umgekehrt; bisweilen s statt s, selten umgekehrt.

In der Deklination wird das Wort duhitar durch den Nominativ dukitä zum J.-stamm, von dem nun duhitäm, duhi- tayä u. a. gebildet wird und der so auch in der Zusammen- setzung erscheint: duhitä-duhkha- S. 30, Z. 25. Hierzu vgl. Vet. S.XVHI unten. Ebenso scheint der Nominativ yuvä durch die Zu- sammenstellung yuvä puriisah zur Stammform im Kompositum zu werden, so daß yuvä-puriisena 35, 24 gebildet wird. Eine ähn- liche falsche Vorstellung führt bei der Zusammensetzung eines Substantivums mit nachfolgendem Adjektiv zu Formen wie hräJimanaiJcena 41, 12, hrahmanailiasya 41, 17, samvatsaraikena 45, 20 f.

Die Stämme lalsml und vadhU erscheinen im Nominativ regelmäßig ohne das Nominativzeichen, wohl nicht nur durch Versehen; s. S. 58, 22.

Betreffs des syntaktischen Gebrauchs der Nominalformen ist die auffällige, in etwa einem Dutzend von Fällen sich zei- gende Verfallserscheinung hervorzuheben, daß der Nominativ statt des Akkusativs gesetzt wird, der Unterschied des Subjekts- und Objektsbegriffs also im Bewußtsein des Schreibers unsicher ist. So esä na lambhayisyämi 26, 17; l:anye 'yam jlväpaya 52^ 14; JcatJiaya strlnäm dosäh 35, 8; 50 Viam nai 'va muncämi 56, 8;

6 Heinrich Uhle:

'ham .. Jcarisyämi 66, 14 f.; satl hhäryä .. vesyäm harisyasi 66, 2 3 f.; nijaklyä duhitä däsyasi 70, 27; muhtvä . . vidyä 78, 2 3 f.; härayanti damodayä(Ji} ebenda; kaccapo 'yam grhna 83, 8; tvam . . grhna 85, 8 f.

Andre Kasusfehler sind mantriputrena (statt °tre) samäyäte sati 60,20; tava (statt tväm) . . vipratärayämi 60, 16; hJiavatäm (statt hhavato) vyäpädayisyati 55, 25. Genusfehler räjyani ni- majjantam 59, 32-^ hhruvau °samau (statt °same) 65, 20; tvayä . . gamyamäne sati auf ein Fem. bezogen 2 7, 1 7 ff. ; trmi divasän 2 8, 5.

In der Verbalflexion ist am merkwürdigsten die gleich- sam erstarrte Form ahhüf, die auch für die erste und zweite Person gesetzt wird: aham . . abhüt 59, 8 f.; vatsa, kva nirgato ^hhüt 68, 1 9 (vgl. Vet. S. XIX). Neben falschen Formen wie vikra- yate statt vikrlnlte 39, 30 tritt oft eine gewisse Vorliebe für Kau- sativformen hervor, wie oben lambhayisyämi statt lepsye, däpita statt datta u. a.

Weit bedeutender als solche Formfehler ist die geradezu Zerrüttung zu nennende Veränderung des Sprachgebrauchs, die sich im Satzbau zeigt, besonders in der Partizipial- und Gerundialkonstruktion. Die durchgängige Ersetzung der ak- tiven Verbalfornien in der Erzählung durch passive Partizipien scheint im Sprachgefühl den Unterschied der aktiven und pas- siven Ausdrucksweise verwischt oder wie man es in zahl- reichen Fällen auch auffassen kann einen anakoluthischen Satzbau mit passiver Fortsetzung nach aktivem Anfang zur Gewohnheit gemacht zu haben, analog der oben erwähnten Ver- wischung des Subjekts- und Objektsbegriffes. Unter den mehr als 20 Fällen, die in unserem Texte vorkommen, kann man etwa sechs verschiedene Arten unterscheiden:

I. Nominativus absolutus:

1. pürgrlie nivasatl yauvanamadena piditä; dhavalagrJiopari satl eko yuvä puruso drstah, 35, 13 ff.

2. gato 'sau devyä 'gre ccJmrikäm äkrsya siras chinnam 43, 18 f.

3. sa virahavedanayä piditah sarvari maJiatä kastena nirga- mitä, 47, 12.

/ Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 7

4. vivähitä satt nisUkasamaye yävad hhartä "linganam Jcaro- ti, tävat tayä niväritah, 48, 5 f.

5. dvitlyä räjnl candraiciranaih samtaptä satt iarlre sphotir jätä, 50, 14 f.

ö. pascät samäyätä Icrsnacaturdast bhanitain, 52, 4.

7. anyadine nijahhavanopari räjamärgam pa^yanit satt Ka- maläkaro hrähmanas tayä drstah, yö, 16 f.

8. gatä saklit nijahhavane [Änangamanjarl vorher Subjekt] Bhattäriliäyä grhe gatvä . . s. unt. III, 5.

9. ekatrastliane nivistä satt [räjakanyä] hrähmanavesadhärinyä striyo 'Jdam, 58, 25 f.

IL Nomin. eines partic. conj. zu frülierem Subjekt, das zum Hauptverbum (Partizip) im Instrumentalis stellt oder zu er- gänzen ist:

1. tatrüpamohito [hhavyarajalco] BhaUäriJcägre vijnaptam (seil, tena) 43, 9.

2. iti stavena räjnä [devt] ärädhitä satt devyo 'htam, 42,27.

IIL Nominativ mit Gerundium und Objekt, zuletzt Parti- cipium mit neuem oder aus dem Vorhergebenden zu ent- nehmendem Subjekt:

1. mätä tad hälaJca^n grhltvä jvalamäne pävalie l;siptam, 2»-, 3-

2. [Dhanaksayali vorher Subjekt] tasyä "hharanäni grhltvä tarn vivasträm krtvä andhaJiüpe pätitä, 34, 13.

3. räjä mantrivacanam äkarnya tatra gotradevyäh stavanam kartum ärahdham, 42, 23 f.

4. räjä tatra Candilcäyä äyatanägre caturasram mandalam krtvä yägah pradäpHah, 43, 6 f.

5. [Änangaonanjarl, s. ob. I, 8] Bhattärikäyä grhe gatvä devy- agre idtartyam grhltvä kanthapäso racitah, 76, 26 f.

IV. Gerundium mit Instrumentalis, aus dem das Subjekt zum Hauptverbum (Partiz.) zu entnehmen ist: i. räjnä mrtam svänam drstvä kupitah, 29, 14 f. 2. tävac caurena drstvä harsitah, 48, 10.

8 HErNRiCH Uhle: n

3. räjnä karavälam grMtvä pradJiäviiah , 52,7. Ebenso räjwä svapnam drstvä prahuddhah, in A, Erz. XVIII, s. Vet. 49, 2 8.

4. Gurudenä "gatifa cahcuprahärena tädayitvä utpatito ga- ganängane, 64, 7.

5. Jcumärena pratijhäm vidhäya tatah sthänafo mantriputrena saJia tasmin nagare präptah, 27, 2 fi'.

6. räjnä 'pi Vlravarasya sahasam avalokanäya andhapattam pracchädya prstato gatah, 38, 27 f.

7. taih .. täm drstvä sarve 'pi mohitäh, 65, 16.

V. Gerundium auf ein vorher erwähntes Subjekt bezogen, ohne Beziehung auf den Hauptsatz:

i.räjan, suvarnakotim grhitvä cauro mocanlyah, 56, 6. 2.ity uhtvä svakanthe päso niksiptah, 76, 29.

VI. Locativus absolutus statt partic. conjunct. :

pur US ah suptäm hhänjäm vyäpädyä "laiikärädi grhitvä svana- gare samäyäte sati märge vyäghrair vyäpäditdh, 34, 2 8 ff.

Diesen unlogischen Verbalkonstruktionen vergleichbar ist die Verwendung eines Verbalnomens nach Art eines Verbums, mit Objekt; so oben bei IV, 6 sähasam avalokanäya 38,27; hastapädau praJcsälanäya 54, 2 2f; puspävacayam Jcaranäya 57, i ; ebenso hhäryäm uthaläpanäya in AB, Vet. 42, 15 und svdbhär- yäm äJxaranäya in c ebenda; disah vyäpin 64, 4.

Aus dem Wortschatz sei hier nur hervorgehoben die selt- same Verwendung eines Ordnungszahlwortes als Cardinale: ca- turtha = vier 31, 14, turyavaräh ib. 15, 16, 27 und das Auftreten mancher ungewöhnlichen Ableitungen von den Wurzeln kal, kas, ghat, cat, dhät.

Prakritisch sind die Formen koUapäla, kotipäla, kottaväla, kotaväla 30, i ff., statt kostapäla; außerdem ti für iti 43, 22, so statt sa 57, 3, tarn statt tad 51, 13; 70, 21. Vereinzelt ist die dialektische Schreibung von j statt y in jugapaj Jena 57, 22; vgl. 43, 2 8 f.

Betreffs der graphischen Darstellung in der Handschrift sei erwähnt, daß die Vokale e und ai oft durch Vorsetzung eines a-striches vor den Konsonanten, ai mit Hinzufügung eines Ober-

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 9

Striches, bezeiclinet werden, ebenso o und an mit vorgesetztem und nachcresetztem a-strich, bzw. mit Oberstrich, dhä wird zur besseren Unterscheidung von gliä immer mit Querstrich geschrieben. Ein th gibt es selten, es wird meist t geschrieben. Das Abkürzungs- zeichen hat die Form G. Seltsam ist die öfter vorkommende Falschsetzung des ^'-Zeichens, so daß z. B. Sisa statt Sasi ge- schrieben wird 6i, 5, Harinya" statt Hiramja" 47, 8, durifakra- mali statt durati" 80, 25. Auch wird das i öfter vergessen.

Inhaltsangabe.

Vorgeschichte (Rahmenerzählung). Den König Vikramasena in der Stadt Pratisthäna in Dekhan weiß ein Yogi zu bestimmen, ihm bei einem Leichenzauber zur Gewinnung der acht großen magischen Eigenschaften behilf- lich zu sein. In mondloser Nacht gehen sie auf eine Leichen- stätte, und der Yogi beauftragt den König, von einem weit ent- fernten Baume den dort hängenden Leichnam herbeizuholen; wenn er dabei spreche, werde der Leichnam verschwinden und wieder an dem Baume hängen. Der König geht dahin, schneidet den Leichnam ab und trägt ihn auf der Schulter fort. Da be- ginnt der in dem Leichnam wohnende Vetäla zur Unterhaltung auf dem Wege eine Geschichte zu erzählen.

I.

Der Sohn des Königs Pratäpamukuta in Bänärasi, namens Mukutasekhara, kommt mit seinem Freunde, dem Ministers- sohne, auf der Jagd an einen See mit einem Tempel. Dort sieht er ein schönes Mädchen Blumen pflücken, und beide verlieben sich in einander. Sie gibt ihm durch Zeichen, die der Freund richtig deutet, ihren Namen als die Königstochter Padmävati und ihre Heimatstadt an. Der Prinz und sein Begleiter kom- men nach der bezeichneten Stadt und melden das der Padm. durch eine Botin. Padm. schiebt, wiederum durch Zeichen, zweimal das Stelldichein hinaus, nach der dritten Botschaft folort eine Schäferstunde. Wie dabei Padm. erfährt, daß nicht der Prinz, sondern sein Freund ihre Zeichen verstanden habe,

lo Heinrich Uhle:

schickt sie diesem am andern Morgen einen vergifteten Kuchen; sie geben den einem Hunde, der stirbt daran. Der Freund bringt nun durch eine raffinierte List die Prinzessin in den Verdacht, an einem nächtlichen Zauber mit Abschlachtung eines Menschen teilgenommen zu haben, und sie wird dafür aus der Stadt ge- jagt. Aus Kummer darüber stirbt der König, die Königin ver- brennt sich mit ihm.

Nach dieser Erzählung fragt der Vetäla den König, wer hier die Schuld habe. Wenn er nicht antworte, werde das sein Tod sein. Vikramasena sagt, der König habe die Schuld, wegen Unterlassung genauer Nachforschung. Darauf verschwindet der Vetäla. [Die in andern Handschriften folgende und nach jeder Erzählung wiederholte Angabe, daß der König nach dem Baume zurückgeht und den Leichnam wieder holt, immer mit dem- selben Erfolge, ist in dieser Handschrift weggelassen.]

n.

Die Tochter des Brahmanen Kesava, die von ihren Brüdern vier verschiedenen Freiern versprochen war, stirbt an einem Schlangenbiß und wird verbrannt Von den Freiern verbrennt sich der eine dabei mit, der zweite geht mit ihrer Asche in die Fremde, der dritte trägt ihre Gebeine in die Ganga, der vierte baut sich bei der Grabstätte eine Hütte. Der in die Fremde Ge- gangene erlangt durch Zufall ein Zauberbuch mit einem Spruch, durch den Tote wieder belebt werden können, er kehrt damit au die Grabstätte zurück, auch die andern finden sich dort ein. Nachdem das Mädchen wieder belebt worden ist, streiten sich die drei, wer ihr Gatte sein soll.

Auf die Frage des Vetäla erklärt der König: der dem Mäd- chen das Leben gegeben, ist der Vater; der die Gebeine zur Ganga getragen, der Sohn (!); der sich mit verbrannte, ein Ver- wandter (in anderen Hh der Bruder) : der Gatte ist der, der die Grabstätte hütete.

HL

Der König Rüpasena in Bhogävati und die Prinzessin Su- rasundari in Magadha erfahren beide durch ihre klugen Papa-

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. i i

geien bei der Prinzessin ist es ein weiblicher , daß sie für einander bestimmt sind; sie heiraten sich und bringen die bei- den Vögel zusammen. Der Papagei fordert das Weibchen zur Liebe auf, sie lehnt aber ab, weil die Männer bösartig und Mör- der ihrer Frauen seien; zum Beweise erzählt sie eine Geschichte.

a) Der Großkaufmann Dhanaksaja hat seine junge Frau bei den Eltern gelassen. Als sein Vater stirbt, verspielt er das ganze Erbe und geht zum Schwiegervater, die Frau zu holen. Unter- wegs nimmt er ihr Kleider und Schmuck ab, wirft sie in eine Grube und geht heim. Die Frau wird von Wanderern gerettet und kehrt ins Vaterhaus zurück, wo sie sagt, ihr Mann sei von Räu- bern entführt worden. Dieser kommt dann, nachdem er wieder alles verspielt, zu den Eltern der Frau, diese nimmt ihn freund- lich auf und verrät nichts. Aber nach einigen Tagen erschlägt er in der Xacht die Frau und geht mit ihren Habseligkeiten fort, wird jedoch unterwegs von Tigern umgebracht. „Darum"', sagt das Papageienweibchen, „mag ich keinen Mann."

Vom König zur Entgegnung aufgefordert, erzählt der Pa- pagei:

b) Der Kaufmannssohn Sridatta in Käiicanapura läßt, wäh- rend er auf die Reise geht, seine Frau im Elternhause. Diese sieht auf der Straße einen schönen jungen Mann, läßt ihn zu sich rufen und genießt lange Zeit heimliche Liebe, bis der Gatte zurückkehrt. Diesen stößt sie zurück und steht in der Nacht auf, zu ihrem Liebhaber zu gehen. Der ist inzwischen unter dem Verdacht, ein Räuber zu sein, getötet worden; sie findet ihn und liebkost den Leichnam. Da fährt ein in der Nähe befindli- cher Leichendämon in dessen Leib und beißt der Frau bei den Liebkosungen die Nase ab. Das alles beobachtet ein Räuber. Die verstümmelte Frau eilt nach Hause und sagt, ihr Mann habe das getan. Am Morgen wird dieser vor den König geführt und zur Pfähluns verurteilt. Da kommt der Räuber dazu und enthüllt die Wahrheit. Die Frau wird aus der Stadt gejagt.

Nach diesen Erzählungen bleiben beide Vögel für sich. Der Vetäla fragt nun, auf welcher Seite die größere Schuld sei. König Vikramäditya findet die Weiber schlechter.

12 Heinrich Uhle:

IV.

Der König Südraga in Vardhamäna hat für looo Dinare täglich den Helden Viravara ohne alle Kriegsleute in Dienst ge- nommen, der nun jede Nacht bei ihm Wache hält. Einst hört dieser draußen die Glücksgöttin des Reiches weinen und erfährt, der König müsse in wenig Tagen sterben, wenn nicht er, der Diener, zum Ersätze seinen eigenen Sohn töte. Er selbst, Frau, Sohn und Tochter sind einverstanden, und alle vier gehen im Tempel der Devi in den Tod. Der König, der versteckt alles beobachtet hat, will sich auch selbst töten. Die Göttin hindert es aber und macht auf seine Bitte alle wieder lebendig. Darauf teilt der König mit Viravara sein Reich.

Auf die Frage, wer hier der Edelste sei, erklärt Vikramä- ditya den König als den Edelsten, weil er eines Dieners wegen Thron und Leben aufgeben wollte.

V.

Die Ministerstochter Mandäramanjari in Ujjayini will nur einen Mann von besonderen Vorzügen heiraten. Als ihr Vater an einen fremden Hof geschickt wird, verspricht dieser sie dort einem Brahmanen, der einen durch die Luft fahrenden Wagen gebaut hat und fährt auf diesem mit ihm nach Ujjayini zurück. Inzwischen ist das Mädchen von ihrem Bruder einem Brahmanen versprochen worden, der alle Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennt, und von der Mutter einem unfehlbaren Schützen. Vor der Entscheidung wird das Mädchen von einem Dämon ins Gebirsje entführt. Da gibt der Weise den Ort an, der Schütze fährt hin auf dem Wagen, den der erste dazu hergibt, tötet den Dämon und bringt das Mädchen zurück. Die Frage des Ve- täla, wem die Braut zukommt, entscheidet König Vikrama zu- gunsten des Weisen.

VI.

Der König Dharmasena in Dharmapuri erfleht von der Devi einen Sohn und widmet ihr dafür ein Heiligtum, wo sie alle Wünsche erfüllt. Dort erblickt ein Färber die Tochter des Hoffärbers und gelobt der Göttin seinen Kopf zu opfern, wenn

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 13

er diese zur Frau bekommt. Das geschieht, und er macht sich mit der jungen Frau und seinem Freunde zum Schwiegervater auf. Als sie an dem Tempel vorbeikommen, heißt er die Frau mit dem Freunde warten, geht hinein und schlägt sich vor der Göttin den Kopf ab. Wie der Freund ihn so findet, fürchtet er die Schuld zu bekommen und tötet sich gleicherweise. Dazu- gekommen will die Frau sich erhängen, jedoch die Göttin ver- hindert es, heißt sie die beiden Köpfe auf die Leiber setzen und macht beide wieder lebendig. Aber die Köpfe sind verwechselt.

„Welchem", fragt der Vetala, „gehört nun die Gattin zu?" König Vikrama läßt den Kopf den Ausschlag geben.

VII.

Die Prinzessin Tribhuvanasundari wiU nur einen Mann, der Schönheit, Stärke und Wissen besitzt. Vier Bewerber melden sich: der erste vermag in einem Tage fünf Stücke Zeug zu machen, der zweite versteht die Sprache aller Tiere, der dritte ist ein unüberwindlicher Kämpfer, der vierte kennt alle Wissen- schaften; Stärke schreibt sich jeder zu, die Schönheit sehe man.

Zwischen ihnen zur Entscheidung aufgefordert, erklärt König V. drei der Freier für Angehörige anderer Kasten; man solle aber nach dem Stande heiraten. (Damit ist gemeint, daß für die Kö- nigstochter nur der Kriegsmann passe.)

VIII.

Beim König Gunädhipa in Kamalävati ist ein Söldnerführer Viramadeva wegen Geldmangels von seinen Leuten verlassen worden. Eines Tages hat sich der König auf der Jagd verirrt und ist hungrig, da erscheint Viramadeva, bringt ihm ein paar Früchte und führt ihn nach der Stadt. Nun gibt ihm der König hohen Sold und beschenkt ihn. Einst vom König an das Meer geschickt erblickt Viramadeva dort bei einem Tempel ein schö- nes Mädchen; diese heißt ihn im See baden, er tut es und wird dadurch plötzlich wieder nach Hause versetzt. Als er dem König sein Abenteuer erzählt, reist dieser mit ihm ebendahin. Die Schöne kommt herzu und erklärt sich für den König zu allem bereit; da verlangt dieser, daß sie seines Dieners Gattin werde.

14 Heinrich ühle:

Die Verbindung wird vollzogen und sie kehren heim. Die Frage, ob der König oder der Diener der Edlere sei, entscheidet König V. für den Diener, weil dieser zuerst Gutes erwiesen habe.

IX.

In die Kaufmannstochter Madanasenä hat sich bei einer Begegnung im Lusthain der Kaufmannssohn Dharmadatta ver- liebt. Am andern Tage trifft er sie wieder dort und beteuert, ohne sie nicht leben zu können. Sie erklärt sich als Braut eines andern, verspricht ihm aber auf sein Drängen und Drohen, nach der Hochzeit zuerst zu ihm kommen zu wollen. Das er- zählt sie dem neuvermählten Gatten und der läßt sie gehen. Unterwegs wird sie von einem Räuber angehalten, der auf ihre Erzählung hin sie gleichfalls losläßt. Wie sie zu Dharmadatta kommt, weist dieser sie ab, ebenso entläßt sie nochmals der Räuber, und sie kehrt zum Gatten zurück. Als den Edelsten unter den dreien bezeichnet König Y. den Räuber, weil er keinen Grund gehabt habe, die Frau laufen zu lassen.

X.

Den König Gunasekhara in Punyavardhana bekehrt sein Minister Abhayacandra zur Jaina-Religion. Sein Nachfolger jagt den Minister fort. Eines Tages, als der König mit seinen Frauen im Gebirge weilt, fällt der einen Königin ein Lotus- blatt auf den Fuß, daß er bricht; der zweiten erzeugen die Strahlen des Mondes Blasen auf der Haut; die dritte bekommt durch den SchaU einer Mörserkeule Schmerzen in den Händen. Letztere wird von König V. die zarteste genannt.

XI. Der König Janavallabha übergibt die Regierungsgeschäfte ganz seinem Minister Kesava, erlaubt ihm aber dann zur Er- holung eine Wallfahrt. Am Meeresufer sieht Kesava einen Wunschbaum, auf dem ein schönes Mädchen singend sitzt, auf- steigen und wieder verschwinden. Heimgekehrt erzählt er das dem König, dieser reist selbst hin, der Wunschbaum taucht auf, er

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 15

besteigt ihn und fährt mit ihm in die Unterwelt. Dort findet er das schöne Mädchen und vermählt sich mit ihr, nachdem er hat versprechen müssen, am Neumondstage sie nicht zu be- suchen. Als dieser herangekommen, versteckt sich in der Nacht der König mit dem Schwert in der Hand und sieht einen Dä- mon seine Gattin würgen. Er tötet diesen und erfährt dann von ihr, daß ihr Vater, ein Vidyädhara, sie [einmal] verflucht und ihr diese Strafe auferlegt habe, weil sie einmal zur Essens- zeit nicht zu ihm gekommen sei. Die Tat des Königs hat den Fluch crelöst, und die Tochter will nun gehen und ihren Vater begrüßen, der König bestimmt sie aber, erst mit ihm in seine Stadt zu kommen. Sie spricht den Zauberspruch, wodurch sie aus dem Meere aufsteigen, und sie kommen in die Stadt. Dort wird ein großes Freudenfest gefeiert, und die Vidyädharatochter erklärt nun dableiben zu müssen, weil sie aus einer Göttin eine Sterbliche geworden sei. Bei diesem Feste stirbt plötzlich der treffliche Minister.

Von dem Vetäla nach dem Grunde dieses Todes gefragt^ sagt Vikramasena: weil der König nun ganz dieser göttlichen Gemahlin anhängen werde, werde er sich um Land und Volk nicht mehr kümmern, das Reich werde zugrunde gehen; diese Sorge habe den Minister getötet.

XII.

Dem Prinzen Dhiradeva wird in der Nacht auf dem Haus- dache seine junge Gattin Lävanyavati von einem Vidyädhara entführt. Darauf als Bettler herumziehend bekommt er von einer Brahmanin Mittagessen, und während er abseits sich wäscht, fällt von einem Baume in seinen Topf Gift von einer Schlange, an dem er stirbt. Der Brahmane jagt seine Frau aus dem Hause. Auf die Frage, wer hier die Schuld habe, ant- wortet König V.: „Der Erzähler."

XIII.

Die Tochter des Gildemeisters Jayaksobhini in Candra- prabhä bezaubert alles durch ihre Schönheit. Als die Stadt von

i6 Heinrich Uhle:

einer Räuberschar überfallen wird, zieht der König gegen sie und nimmt den Räuberhauptmann gefangen; am nächsten Tage soll er hingerichtet werden. Da erblickt ihn Jayaksobhini und veranlaßt ihren Vater zu dem vergeblichen Versuche, ihn los- zukaufen. Der Räuber hört das, und ehe er am Pfahl stirbt, weint er zuerst und lacht dann. Jayaksobhini will sich mit ihm verbrennen lassen, die Göttin Devi gewährt ihr abei-, daß er wieder lebendig wird: er heiratet sie und fährt mit ihr zur Unterwelt.

Als Grund des Weinens bezeichnet König V. den Kummer des Räubers darüber, daß er dem Vater des Mädchens nicht vergelten könne; gelacht habe er über die Leidenschaft der

Weiber.

XIV.

Den jungen Brahmanen Vämana, der sich in Candra- prabhä, die Tochter des Königs Suvicära in Kausämbi, verliebt hat, verwandelt der Zauberer Müladeva durch eine ihm in den Mund gegebene Kugel in ein schönes Weib, sich selbst auf gleiche Weise in einen alten Brahmanen, und gibt beim König die junge Frau für die Gattin seines abwesenden Sohnes aus, den er zu suchen gehe. Inzwischen solle der König sie dabe- halten. So geschieht es, und als Gesellschafterin der Königs- tochter verrät die angebliche Brahmanenfrau einst in der Nacht ihre wahre Natur, nimmt die Kugel aus dem Munde und wird ein Mann; bei Tage nimmt sie wieder weibliche Gestalt an. So führt Vämana lange Zeit ein Doppelleben in der Lieb- schaft mit der Prinzessin, nicht ohne Folgen, Eines Tages wird die falsche Frau von dem Ministerssohn erblickt und zur Gattin begehrt. Aus Gründen des Staatswohls gibt man sie ihm, mit der Bedingung^ daß er erst eine sechsmonatige Wallfahrt macht; unterdes soll sie mit seiner bisherigen Gattin zusammenleben. Auch hier wird die Doppelnatur der Schönen bald erkannt und ausgenutzt. Als die Liebenden die Rückkehr des Ministerssohnes befürchten, ruft Vämana den Müladeva herbei, dieser bringt einen andern Zauberer namens Sasin in Gestalt eines jungen Mannes mit und gibt diesen als seinen Sohn aus, für den er

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 17

nun die Frau zurückfordert. Er ist aber zufrieden, an deren Stelle die Königstochter zu bekommen, die nun der verwan- delte Sasin heiratet. Diesem macht dann Vämana die Gattin streitig, weil sie von ihm schwanger sei. Hierüber vom^ Ve- täla zur Entscheidung aufgefordert, gibt König V. dem Sasin recht, weil dieser vor der Welt die Ehe geschlossen habe.

XV.

Der Vidyädhara- König Jimütaketu und sein Sohn Jimü= tavähana verlassen bei einem Angriff der Verwandten ihre Stadt und gehen in die Berge. Dort heiratet der Sohn die Tochter des Königs Visvävasu. In Gesellschaft seines Schwa- gers Miträvasu erblickt einst Jimütavähana im Gebirge einen Haufen Knochen und erfährt, daß dies die Reste der vom Ga- ruda gefressenen Schlangensöhne sind, die täglich aus der Un- terwelt heraufkommen müssen; schon hört er auch eine Mutter klagen, die den Tod ihres Sohnes Sankacüda erwartet. Jimü- tavähana verspricht diesem, sich für ihn zu opfern, er lehnt es ab, geht aber bis zur Ankunft des Garuda noch einmal weg, um zu beten, während Jimütavähana sich auf den Opferstein setzt. Der Garuda fällt ihn an und entführt ihn in die Luft, wobei sein Siegelring herabfällt in den Schoß seiner Gattin. Da kommt Sankacüda zurück und ruft dem Garuda zu, viel- mehr ihn zu fressen. Inzwischen ist auch die Gattin des Jimü- tavähana herbeigekommen, und auf ihre Klagen holt der Ga- ruda aus der Unterwelt Amrita herbei, stellt den Jimütavähana wieder her und verspricht künftig die Schlangensöhne zu ver- schonen. — Den größeren Edelmut schreibt in diesem Falle König- V. dem Sankacüda zu, weil er wiedergekommen sei und sich dargeboten habe; Jimütavähana habe in seineil früheren Existenzen die Gewohnheit der Selbstaufopferung gehabt, sie mache ihm keine Qual.

XVI.

Ein Gildemeister in Vijayapura bietet seine wunderschöne Tochter Unmädini dem König Dharmasila zur Gattin an; dieser läßt sie besichtigen, aber wegen ihrer großen Schönheit fürch-

Phil.-hist. Klasse 1914. Bd. LXVI. 2

i8 Heinrich Uhle:

ten die Abgesandten, daß er die Regierung yernachlässigen werde, und sagen darum, sie sei nicht schön genug; so wird sie an einen Heerführer verheiratet. Als der König sie einmal sieht und den Betrug erkennt, will der Kriegsmann sie ihm überlassen, der König lehnt das ab, aber vor Liebessehnsucht stirbt er, worauf der Kriegsmann und seine Gattin sich mit ihm verbrennen lassen. Für den Edelsten unter den dreien erklärt Yikramäditya den König. Der Heerführer als Diener seines Herrn und die Gattin hätten nur ihre Pflicht ^etan.

XVH. Der Sohn des Brahmanen Devasarma in Ujjayini wird als Spieler aus dem Hause gejagt und kommt wandernd zu einem Yogi, der ihm ein herrliches Gemach und Mahl und eine gefällige Fee herbeizaubert. Am andern Morgen ist alles ver- schwunden. Der junge Mann will den Zauber lernen, wozu nötig ist, sich ins Feuer zu stürzen, zuerst aber geht er noch einmal nach Haus. Zurückgekehrt vollzieht er alles, aber trotz seines und des Yogi Zauberspruchs erscheint die Fee nicht. „So geschah es," sagt König V., „weil der Zauberlehrling zwie- spältigen Sinnes war; und über den Yogi war die Fee erzürnt, weil er einem solchen Schüler den Zauber mitgeteilt hatte."

xvm.

Die junge Kaufmannstochter Mohini in Yankola wird nach dem Tode ihres Vaters mit ihrer Mutter aus der Stadt ver- trieben. Unterwegs redet ein am Pfahl aufgehängter Räuber sie an, bezeichnet ihnen einen in der Nähe vergrabenen Schatz und bekommt dafür die Tochter als Gattin zugesprochen; dann stirbt er. Heimgekehrt lädt die nunmehr erwachsene Jungfrau, wie der Räuber sie angewiesen hatte, einen jungen Brahmanen unter dem Versprechen einer Geldsumme nachts zu sich, von dem sie dann einen Sohn gebiert. Zufolge eines Traumes wird der Knabe mit einer großen Geldsumme vor dem Königspalaste ausgesetzt und nach Prüfung der Zeichen vom König aufgezogen; erwachsen wird der Findling dessen Nachfolger. Als er zur Ganga wallfahrtet und das Manenopfer bringt, langen drei

Die Vetalapancavlj-isatika des Sivadasa. 19

Hände danach. Auf die Frage des Vetäla erklärt König V. den Räuber als den berechtigten Empfänger: sowohl der junge Brahmane als der König hätten für ihre Tat Geld erhalten.

XIX.

Der König Eüpasena trifft auf der Jagd im Walde ein junges Mädchen und deren Vater. Nachdem dieser ihm die Sünde des Jagens vorgehalten, verspricht er es künftig zu unterlassen und bekommt das Mädchen zur Gattin. Während sie auf dem Heimwege in der Nacht ruhen, kommt ein Dämon und will die junge Gattin fressen, verzichtet aber darauf gegen das Versprechen des Königs, vor ihm einen siebenjährigen Knaben zu töten. Um einen solchen zu erlangen, läßt der Minister einen goldenen Mann öffentlich ausstellen als Beloh- nung für denjenigen, der ein solches Opfer hergibt. Es meldet sich mit Zustimmung der Eltern ein Brahmanenknabe und läßt sich vom König vor dem Dämon den Kopf spalten. Im Augenblick des Todes lacht er. Nach dem Grund dieses Lachens gefragt, gibt der König V. die Verwunderung des Knaben über den Weltlauf au: daß die Eltern, die ihn bisher in der Welt beschützt, nun seine Mörder geworden seien.

XX.

Die jung verheiratete Kaufmannstochter Anangamanjari, vom Gatten allein gelassen und in einen jungen Mann verliebt, macht einen Selbstmordversuch. Ihre Freundin hält sie zurück und holt den Geliebten, der auch seinerseits in Liebesqual von seinem Freunde Gift verlangt hat, herbei; er findet sie aber schon tot und stirbt dadurch gleichfalls. Während beiden ein gemeinsamer Scheiterhaufen errichtet wird, kommt der ver- reiste Gatte herzu, sieht seine tote Gattin am Halse des andern und verbrennt sich mit. König V. entscheidet deshalb, daß dieser die größte Liebe gehabt habe.

XXI.

Der Brahmane Visnusvämi hält seinen vier nichtsnutzigen Söhnen ihre Fehler vor; sie gehen in die Fremde, lernen jeder

20 Heinrich Uhle:

etwas und kommen dann zu Hause wieder zusammen. Um seine Kenntnis zu zeigen, fügt der eine die Knochen eines toten Löwen zusammen, der zweite macht das Fleisch daran, der dritte die Haare, der vierte belebt den Löwen, worauf dieser sie alle vier auffrißt. Auf die Frage des Vetäla, wer unter den vieren der Gescheiteste gewesen, sagt König V.: „Keiner, es fehlte ihnen allen die Einsicht."

xxn.

Der Brahmane Näräyana überlegt sich die Hinfälligkeit des menschlichen Lebens. Um Genüsse zu erlangen, wird er ein Yogi und fährt aus seinem alten Körper in einen jungen Leib; dabei weint er zuerst und lacht dann, Als Grund des Weinens bezeichnet König V. die Erinnerung an Eltern, Jugend und Lebensgenüsse durch den alten Leib, als Grund des Lachens die Freude über die Erlangung des jungen.

XXIH.

Dem weisen Brahmanen Govinda stirbt der älteste von vier Söhnen; er stellt ein Opfer an und schickt die drei andern Söhne an das Meer, eine Schildkröte zu holen. Da jeder sich weigert, sie anzufassen, gehen sie mit ihrem Streit vor den König, wo der erste sich als Speisenkenner, der zweite als Weiberkenner, der jüngste als Bettenkenner bezeichnet. Es wird eine Probe angestellt: der Speisenkenner schmeckt in dem vorgesetzten Reis den Leichenduft von dem Reisfelde, in dem dessen Besitzer begraben war; den Weiberkenner stößt der Ziegengeruch aus dem Munde der ihm zugeführten Schönen ab, die wirklich mit Ziegenmilch aufgezogen war; der Betten- kenner fühlt ein dickes Haar in der Mitte der Matratze. Letz- terer wird vom König V. als der Feinste erklärt.

XXIV.

Die Stadt des Königs Vijayapäla wird überfallen; er schickt seine Frau mit der Tochter LävanyavatI fort, er selbst fällt im Kampfe. Als Mutter und Tochter an einen See kommen, ist dort ein König mit seinem Sohn auf der Jagd; sie erkennen

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 21

an den Fußspuren vornehme Frauen und machen unter sich aus, daß der Sohn die mit kleinem Fuß, der Vater die mit großem Fuß heira^-en soll; das geschieht. (Daß der Vater da- durch die Tochter, der Sohn die Mutter erhält, wird nicht er- wähnt.) Von den beiden Frauen bekommt die eine einen Sohn, die andre eine Tochter; diese heiraten einander und haben beide wieder Nachkommenschaft. Der Vetäla fragt nun, wie deren Verwandtschaft sei; darauf schweigt König Vikrama (oder er- klärt, es nicht zu wissen).

XXV. (Schluß der Kahmenerzählung.) Der Vetäla ist nun zufrieden und fordert den König auf, wenn der Yogi von ihm die kniefällige Ehrenerweisung ver- lange, zu sagen, dieser solle sie ihm erst vormachen, und ihm dabei den Schädel zu spalten. Mit dessen Blut soll er dem Leichnam (in dem der Vetäla sitzt) die Ehrengabe darbringen; so werde er die acht großen Eigenschaften erlangen; andern- falls würde der Yogi ihm selbst den Kopf spalten. König Vikra- mäditya befolgt den Rat, es geschieht alles so, worauf die Götter ihm die Weltherrschaft versprechen und einen Wunsch gewähren wollen. Er wünscht, daß seine Vetälageschichte in der Welt berühmt werde.

22

Die YetalapancaYimsatika des Öiyadasa

nach der Handschrift Hu^.

Anmerkung. Im Text bezeichnen eckige Klammern [ ] Wegzulassen- des, das in der Handschrift steht, schräge <()> Einzufügendes, das in der Handschrift fehlt. Im Kommentar ist das voranstehende Wort das des Textes, dahinter steht die Lesart der Handschrift. Die Zahlen bezeichnen die Zeilen des Textes. Mit Vet. wird auf meine in den Vorbemerkungen angeführte Ausgabe verwiesen., die nach Seiten und Zeilen zitiert loird.

pranamya sirasä devam gananätham ganädhipani lokänam hi vinodäya karisye 'ham imäm kathäm. i. prärabhyate <^na> khalu vighnabhayena nicaih; prärabhya vighnavihitä viramanti madhyäh; s vighnaih sahasragunitair api hanyamänäh prärabdham uttamagimä na parityajanti. 2.

asti Daksinäpathe Pratisthänam näma nagaram; tatra räjä Vikramaseno mantrivargapuraskrtah :

Kandarpa iva rüpädhyo, Harivaj janavallabhah, 10 samudra iva maryädi, + susnigdhamsarvaväsini. 3. prabhütakäntitejasvi udyami ca, pratäpavän, visphuradrasmitejädhyo babhüva kulanandanah. 4. evamgunavisisto räja yävad ästhänabhuvanam upavistas ti- sthati, tävatä Ksäntisilo näma digambarah phalahasto räjnah 15 sabhäyäm präptah. räjnä "sanam däpitam. tato 'nena digam- barena räjfio haste phalam pradattam. ksanam ekam äsane

3 na von anderer Hand klein und blaß am oberen Bande, in der Zeile Zeichen " 7 Daksinäpathe: daksina° 10 susni" so, unverständ- lich 13 bhuvanam in dieser H. oft st. bhavanam, vgl. S. 28, 15

Die Vetalapancavimsatika des Sivadasa. 2;^

sthitvä nijasthänam gatah. nitjam ekaikam phalam räjno bhe- tanam karoti.

ekasmin dine räjfio hastän markatena phalam grhitvä bhaksayitum ärabdham. tasya phalasya madhyäd ratnam ekam ästhänabliümavi patitam. räjüo nianasi vismayo jätah: kirn etad äscaryam? räjno 'ktam: „bho digambara! mahäratnam tvayä kimartbam änitam?" digambareno 'ktam:

„riktapäuir na pasyeta räjänam, daivajnam, gurum naimittikam ca vaidyam ca: phalena phalam ädiset. 5. mahäräja! mayä idisäni mabadratuäni anekäni dvädasavarsa- paryantam bhavato haste samarpitäni phalamadhyasthitäni." Vikramädityena räjnä digambaravacanam srutvä bhändägärika äkäritali: „bho bhändägärika! mayä tava haste yäni phaläni samarpitäni, täni sarväni samänaya". bhändägärikas täni sar- väni grhitvä samäyätah. evam dvädasavarsaparyantaratnasam- sthä 4320. tato räjüä ratnasamüham drstvä bhanitara [ca]: „bho digambara! yat te manase "psitam käryam, kathaya." di- gambareno 'ktam:

„siddhamantrausadham, dharmam grhachidram ca, maithunam, kubhuktam, kutsitam, marma matimän na prakäsayet. 6. giriprstham samäruhya präsäde rahogatah, aranye "i" salämkäcit, tatra mantro vidhiyate. 7. deva, ekänte vijfiäpayisyämi." räjüä ekäntam dattain. digam- bareno 'ktam: „Golänämanadipuline mahäsmasäne krsnacatur- dasyäm mantrasädhanam karisyämi. tatra tvam uttarasädhako bhava. tatra mamä 'stau siddhayo bhavisyanti. tasyäm nämäni: animä mahimä cai 'va, laghimä garimä tathä, isatvam ca vasatvam ca, präpti<(h)> präkämyam eva ca. 8.

I bhetanam muß Geschenk heißen; dafür in E bhetanakam, in b verschrieben bhetanake (s. Vet. S. XX u. gs hei 26), in Hu* bhetakam 5 kirn etad äscaryam auch in Hu* 9 Vers 5: iyi der H. keine durch- gehende Verszählung; hier: i 11 nach °paryantam irrt der Schreiber ab auf dieselben Worte Z. 15, so daß diese bis mit digambarenoktam (Z. 17 f.) doppelt geschrieben sind; das falsche ca beide Male 17 yan manasepsitam käryam tat kathaya E 21 rahogatah: °matah ivie E 22 salämkäcit unverständlich; vgl. ce in Vet. gj unten 27 f. animä i mahimä 2 usw. die Zahlen beigesetzt garimä: garisä deutlich

24 Heinrich Uhle:

pumäm sa dhairyasampanno bhavaty uttarasädhakali, yasmäd adhiro mantrasya siddhasyä 'pi vinäsakah. 9. dhiras tu sarvadä tvam hi, dvätrmsallaksanopamah, ato 'ham kartum icchämi tväm eva sürasädhakam." 10. 5 digambarene 'ty ukte sati räjnä pratipannam : „evam karisyämi." räjiiä digambaro visarjitah. tadanantaram digambarah sarvo- paskaradravyäni grhitvä vane krisnacaturdasyäm nisithasamaye smasänabhümau gatah. tatprstbato räjä sampraptah, bbauitam ca digambarena: „bbo vira! vacanam ekam srüyatäm. atra sma- 10 säne yojanärdbe samsapäpädapo 'sti; tatra mrtakam ekam ava- lambitam äste, tan mrtakam ädäya samägaccha. anyadä yadi märge samägaccbatäm tvam vadasi, tadä tan mrtakam punar vrkse yäsyati.'' räjiiä tad vacanam srutvä kbadgam kare grhitvä samsapävrksopari calitam. prathamam smasänavariianam: 15 mämsavakträs ca Vetälä madiramoda-^vamtasi drsyante bahudbä tatra bhütaräksasarepaläh. 1 1 . evamvidhe tatra smasäne raudre gatvä samsapävrksasyo 'pari samärubya cburikayä päsam äcchidya mrtakam skandhe krtvä yävan märge samägacchati : 20 nilajimütasamkäsam, bhayävabam, ürdbvakesam,

vartuläksam, vinirmämsam, pretamudrävibhüsitam. 12. tatra samsapävrksaskandbe bahudbä sahasra samkhyayä bhüta- vetälä drsyante. yävad uttirno märge gacchati räjä, tävatä sa- vasamkramitena Vetäleno 'ktam: „räjau! 25 gitasästravinodena kälo ga° 13.

atah käraiiät srüyatäm kathäm imäm tävat.

I pumäm sa: pumämso, was auf eine Fassung in Pluralen zu deuten scheint ; oder ist so falscher Sandhi? nach dhairyasampanno: 9 10 samsapä immer so 11 f. anyadä yadi ... yäsyati: ähnlich yadi vadasi tan mrtakam punar vrkse (geschr. punr püse) yäsyati Hu* 15 tvamtasi halte ich für mißverständliche Nachmalung von cetaso für das cetasah anderer Hh. 16 Dafür: vividhäs tatra drsyamte bhüta- vetälarepaläh 18 Hu* 17 22 Für die stilistische Verwirrung der Dar- stellung bietet keine andre H. eine Hilfe oder Erklärung 20 ürdhva" bhayä° zu stellen 22 sarnsapävrkse skarndhe die H. 25 Der zitierte Vers wird mit kälo ga."' abgebrochen; das Zeichen der Abkürzung ° hat die Form D

Die Vetalapancavdisatika des Sivadasa. 25

I.

Vänarasi näma nagari. tatra Pratäpamukuto näma räjä, tasya putro Mukutasekhara iti näma 'sti. sa ca mantriputrena ■!■ Suddhimayaharena salio 'dyäne äkhetake gatah. tatra mahäsa- rovaram drstam. atha sarovarnanam : 5

hamsakärandaväkirnam, cakraväkopasobhitam, padmakiüjalkakahlärair nüotpalasitotpalaih. i. chäditäm padminipattrair matsyaih kürmair jalodbhavaih. tatam ramyam ghanair vrksaih, ketakikhandamanditam. 2. kalahamsasatai ramyam, cakoränädasamkulam, 10

jalakukurtasamgitam vithisärasasobhitam. 3. tatsarovarapälyärn Siväyatanam ekam drstam. räjfiä Sivo na- maskrtah. atha devastutih:

ahau häre vä, balavati ripau suhrdi vä, mauau loste vä, kusumasayane drsadi vä, 15

trne straine mama "i^ca sadrso yäntu divasäb kvacit punye 'ranye Siva Siva | Sive 'ti pralapatah. 4. Bl. i'

Pätäle vä, 'ntarikse, dasadisigaraane, sarvasaile, samudre, ■i" bhümau kästhe ca, lohe, ksititalapavane, sthävare jahgame ca^ bije sarvausadhiDäm, asurasurapathe, puspapattre, trnägre 20 sarvavyäpi Sivo 'yam yadi "^ bhavati, bhavän 'sti devo dviti- dhavaläny ätapaträni väjinas ca manoramäh [yah. 5-

sadämattäs ca mätangäh prasanne sati Sankare. 6. bhrönahatyädi-Tpäpäni i^agamyägamanena ca goghnas ca krtaghnas ''"ca, brahmahä, gurutalpagah: 7. 25

2 vänara8i so 3 °sekhara: °sesaro, ebenso Hu* 4 suddhi" so, buddhisägarena Hu- 6 st. °am: °e in den Endungen 7 "sitotpalaih : korrupt "satopalaih 8 matsyaih: deutlich maksmair kurmair 11 °ku- kurta wohl =kukkuta; verderbt räjäkurtha(?)tasamgitam Hu* -vithi- sägarasobhitam Hu* 12 räjnoktam sivastotram Hu* 16 mama- sadrsä Hu*; richtig mama samadiso 18 dasadisi: °disi undeutlich; dasadisigagane Hu* 19 bhümau falsch st. bhasme 20 bije: bijam °pathe: pare °pattre: patra 23 Vers6 = Böhtl jijg {i324)-> «^c/i in Hu* ohne wesentliche